13.7.-16.8.2018

Leider ist die alte Blog-Software nicht mehr zu rekonstruieren, daher gibt es unseren alten Blog nur noch im Block zu lesen:

Vorbereitungen für die Seereise 2018

Noch steht der Mast, aber die Vorbereitungen sind schon in vollem Gange: Signalmittel sind nachgekauft, neue Schwimmwesten, Motor gewartet,… Die Checklisten sind fas komplett abgearbeitet.

Am kommenden Wochenende ist Edelholz-Regatta im VSaW, anschließend legen wir den Mast. Der Plan ist, am Freitag-früh abzulegen.

Moritz – Thu, 05 Jul 2018 09:47:00 +0200


Endlich geht es los!

Heute ist es endlich so weit. Um7:00 werden wir abgeholt und zum Boot geshuttlet. Ich hole noch rasch beim Bäcker frisches Brot und Kaffee (der bei der rasanten Autofahrt über meine Finger schwappt und das Auto einsaut).

Nach dem obligatorischen Abschiedsfoto sind wir endlich unterwegs. Da die Schleuse Spandau wegen dringender Reparaturarbeiten gesperrt ist, nehmen wir den Umweg über Charlottenburg. Leider hat das mit dem bestellten Wetter nicht geklappt: es schüttet! Clemens steht jetzt am Ruder und ich sitze im Trockenen um euch zu schreiben.

Moritz – Fri, 13 Jul 2018 11:12:54 +0200


Erste Etappe: Oderberg

Fast wie im April haben sich Regen und Sonne abgewechselt. Vor dem Hebewerk Finow gab es sogar noch ein Gewitter obendrauf. Die Hammer haben uns per Webcam durchs Hebewerk begleitet und zum Anlegen gab es sogar einen Regenbogen!

Ein interessanter Start, aber Frank A. aus Siegburg hat besseres Wetter aus dem Westen angekündigt. Wir glauben fest daran.

Moritz – Fri, 13 Jul 2018 21:02:19 +0200


Stettin

Leinen los, die Mücken haben uns fast aufgefressen. Hohensaaten erwartet uns schon mit offenen Schleusentoren und grünem Licht. So schnell ging das noch nie!

14:00 erreichen wir Stettin und legen uns gleich an den Kran. Der Hafenmeister erkennt uns sofort wieder und will uns den anderen vorziehen.

Moritz – Sat, 14 Jul 2018 19:49:00 +0200


Fahrtenseglertreffen in Stettin

Der SpYC feiert sein diesjähriges Fahrtenseglertreffen im AZS und wir sind herzlich eingeladen. Leider hat das mit der Essensbestellung nicht richtig funktioniert und das Hotel hat 11 Personen statt 35 geplant. Sabine muss rotieren, um ein anständiges Essen zugesichert zu bekommen und die Teilnehmer davon abzuhalten, sich anderweitig zu versorgen. Nach ca. einer Stunde werden wir mit gedünstetem Lachs und Saltimbocca alla Stettin versöhnt. Ein schöner Abend, der mit Gin-Tonic ausklingt.

Moritz – Sat, 14 Jul 2018 14:22:42 +0200


auf zur Ostsee

Das Schiff ist fast See-fertig, den Rest erledigen wir auf dem Kanal Richtung Haff. Das Salzwasser ruft! Anfangs ist es noch nicht wirklich segelbar aber einen Teil der Kaiserfahrt können wir dann doch segeln. Svinemünde ist – eigentlich wie immer – relativ voll aber wir bekommen noch einen schönen Platz. Leider maximal von dem Versorgungsgebäude entfernt.

Morgen geht’s dann endlich richtig raus, wir freuen uns.

Moritz – Sun, 15 Jul 2018 15:56:00 +0200


Bornholm

Morgens kurz nach fünf machen wir die Leinen los. Wind ist fast gar keiner da, aber auch keine Welle. Draußen setzen wir das Groß und es zieht knapp einen Knoten. Ist aber definitiv zu wenig Wind, um auf den Motor zu verzichten.

Nach etwa 13 Stunden erreichen wir Rønne auf Bornholm. Strahlender Sonnenschein aber ziemlich flau.

Ab heute Nacht soll es gewittern, wir richten uns für morgen auf einen Hafentag ein.

Moritz – Mon, 16 Jul 2018 18:44:52 +0200


Gewitter in Rønne

Der Regen prasselt aufs Deck, der Wind pfeift in den Wanten und das Schiff zerrt unruhig an den Leinen. Das Wetter zieht über uns durch -herrlich! Ich grinse und drehe mich nochmal in der Koje um.

Moritz – Tue, 17 Jul 2018 07:08:59 +0200


Hafentag in Rønne

Heute gewittert es immer mal wieder. Wenn es grade nicht regnet, ist die Luft schwülwarm und das Atmen fällt schwer. Wir nutzen den Tag zum Sortieren und Planen der nächsten Etappen.

Meiner Erkältung tut es ganz gut, mal einen Tag Ruhe zu haben. Vielleicht bin ich Sie ja irgendwann mal ganz los!

Wenn das Wetter morgen wieder friedlich ist, fahren wir nach Simrishamn und dann nach Karlskrona – so weit der Plan, mal schauen, was wirklich kommt …

Moritz – Tue, 17 Jul 2018 16:52:58 +0200


Noch ein Hafentag in Rønne

Leider spielt das Wetter weiterhin nicht mit: 5-6 Bft aus nördlichen Richtungen. Auf Gegenanbolzen haben wir keine Lust und wir sind ja auch nicht unter Zeitdruck. In der Hanöbucht soll es gemäß schwedischen Wetterdienst sogar noch Gewitter geben. Wir verbringen also noch einen Tag unter Deck.

Gestern Abend waren wir zu Rotwein bei einem netten Paar aus Kiel eingeladen, die sich vor wenigen Wochen eine HR 372 gekauft haben und uns stolz ihr Schiff gezeigt haben. Ein schöner Abend!

Moritz – Wed, 18 Jul 2018 11:02:08 +0200


Weiterhin Sturm …

Der DWD spricht Sturmwarnungen für unsere Seegebiete aus und es weht weiterhin mit 6Bft und inzwischen 1,5m Welle aus Norden. Die wenigen Boote, die auslaufen schaukeln gewaltig und laufen alle nach Süden ab.

Es bleibt uns leider nichts weiter übrig, als weiter zu warten oder zurück nach Süden zu fahren.

Die polnische Küste kommt im Moment nicht infrage, da hier derzeit Militärübungen abgehalten werden und die Sperrgebiete einen Großteil der Küste östlich Swinemünde abdecken.

Nach Deutschland zurück wollen wir noch nicht, da die Häfen aufgrund der Ferienzeit übervoll sind.

Fazit: noch etwas in Geduld üben. Zum Glück ist die Bordbibliothek (und mein Kindle) gut gefüllt und es hat sogar aufgehört zu regnen.

Moritz – Thu, 19 Jul 2018 10:37:07 +0200


Endlich in Schweden!

Eigentlich sollte es eine gemütliche Halbwind-Strecke bei mittlerem Wind und wenig Welle von Bornholm bis Karlskrona werden. War‘s aber natürlich nicht!

Wir haben um kurz nach fünf abgelegt und in der Hafenausfahrt schon Probleme gehabt, gegen die alte Welle anzukommen. Bis zur Nordspitze von Bornholm war nur das gereffte Großsegel möglich und wir sind nicht besonders schnell voran gekommen. Ab da konnten wir aber Abfallen und auch die Fock zur Hälfte ausrollen. Dann ging unsere Geschwindigkeit schell über 8kn durchs Wasser und 7kn über Grund. Leider war alte und neue Welle da, also eine etwa zwei Meter hohe kurze Kreuzwelle. Eine Acherbahn 11 Stunden nonstop.

Jetzt sind wir total erledigt in Karlskrona angekommen.

Moritz – Fri, 20 Jul 2018 17:59:49 +0200


Auf Öland

Bei sehr schwachen Wind sind wir kurz vor acht ausgelaufen. An Segeln war erstmal nicht zu denken, einfach zu flau!

Als wir aus den Schären raus sind und in den Kalmarsund fahren, frischt der Wind etwas auf und wir können knapp zwei Stunden – zeitweise unter Spi – segeln. Dann verlässt uns der Wind wider bis zum Nachmittag.

Kurz vor 17:00 erreichen wir Kalmar. Weil der Wind grade wieder segelbar wird, tanken wir nur kurz und fahren gleich weiter nach Norden. Für diese Entscheidung werden wir mit einer rasanten Spifahrt bis Borgholm auf Öland belohnt!

Moritz – Sat, 21 Jul 2018 21:34:39 +0200


Wieder Flaute

Nach dem Frühstück legen wir um kurz nach acht ab und … draußen ist schonwieder Flaute. Massen an kleinen Eintagsfliegen schwirren um die Boote herum. Wir hatten gehofft, dass sie auf See wegfliegen, sind sie aber leider nicht. Sie krabbeln in Nase, Ohren, überall hin. Das weiße Segel ist an manchen Stellen dunkelgrau – echt ekelig!

Moritz – Sun, 22 Jul 2018 09:06:02 +0200


Västervik

Um 10:00 haben wir genug Wind, um wieder den Spi zu setzen. Eine rauschende Fährt bei stetig zunehmender Bewölkung. Um 13:00 haben sich einen Meter Welle und 24kn Wind aufgebaut. Da die Welle sehr kurz und von achtern ist, geigen wir furchtbar. Wir Bergen den Spi und kreuzen weiter unter ausgebaumter Fock und Groß vor dem Wind.

Vor der Einfahrt nach Västervik kommen wir zwischen zwei Windsysteme: draußen Süd mit nur noch 12 kn und eine Meile weiter Richtung Küste West 22 kn. Dazwischen Flaute. Faszinierend, finde ich.

17:30 kommen wir in Västervik an und ich stelle mich in die Pantry um Clemens seine Lasagne zu kochen/backen.

Moritz – Sun, 22 Jul 2018 18:19:07 +0200


Im Arkösund

Der Morgen beginnt wieder flau, erst um 10:00 setzt der Wind ein. Wir setzen die Segel und halten auch die Flautenlöcher durch. Aber das Regattaherz ist bis zum bersten angespannt, wenn der Wind zwischen 4kn und 20kn pumpt und West und Südost pendelt.<br /> Eine halbe Stunde vor dem Ziel geben wir auf: dauerhaft unter 2kn Fahrt halten meine Nerven nicht mehr aus … und länger hält Clemens mein Fluchen auch nicht mehr aus.

Moritz – Mon, 23 Jul 2018 17:22:10 +0200


Grüße von Inga Lindström

Inga Linström? Who the f… is Inga Lindström?

Eifrigen Sonntag-Abend-ZDF-Guckern dürfte dieser Name ein Begriff sein. Schweden-Romanze der ganz seichten Art. Viele dieser Filme sind in Trosa gedreht, und da sind wir jetzt auch.

Wir haben gestern Abend beschlossen, dass dies unser nördlichster Hafen sein soll.

Heute früh ist die See spiegelblank und die Hitze, ohne Chance auf etwas Abkühlung durch Wind, erdrückt uns fast. Gegen 13:00 setzt dann aber doch noch Wind ein und wir können bis Trosa segeln.

Moritz – Tue, 24 Jul 2018 15:29:51 +0200


Rundgang durch Trosa

Trosa ist noch genauso malerisch, wie ich ihn in Erinnerung hatte.

Vom Hafen aus führt ein Kanal durch den gesamten Ort. Auf beiden Seiten des Kanals stehen die typischen skandinavischen Holzhäuser mit kleinen Balkonen und Alkoven zum Kanal hin. Über den Steg kann man von der Mole an der Hafeneinfahrt (unser Liegeplatz) bis zum anderen Ende von Trosa spazieren.

Zwischen den Wohnhäusern sind gemütliche kleine Gartencafés, aus denen es herrlich nach heißem Hefegebäck duftet. Geht man über einen der kleinen Stichwege vom Kanal weg, kommt man zum Marktplatz mit Ständen voller frischem Obst und Gemüse. Kleinkunstläden und Boutiken mit skandinavischer Mode und Designermöbeln runden das Bild ab.

Es herrscht eine träge Sommerstimmung in der Hitze der Sonne. Wir fühlen uns wie in einer anderen Welt.

Moritz – Tue, 24 Jul 2018 17:58:49 +0200


Auszeit in Trosa

Weil uns Trosa so gut gefällt und ohnehin kein Wind ist, bleiben wir kurzerhand im Hafen. Wir bummeln ausgiebig durch Delikatessen- und Antiquitätenläden. Im Segelladen ergattern wir einen neuen Ankergurt und Clemens kann endlich wieder am Boot bauen. Ein entspannter und ruhiger Tag.

Moritz – Wed, 25 Jul 2018 16:52:39 +0200


Kurzer Trip zu unserer Lieblingsschäre

Schweren Herzens verlassen wir morgens Trosa gen Süden. Auch wenn der DWD Nordwind vorausgesagt hat, bläst eine leichte Brise aus Süden. Wir kreuzen durch die Schären und lassen nur bei den sehr engen Fahrwassern sicherheitshalber den Motor mitlaufen.

Mittags erreichen wir schon Broken, eine unserer Lieblingsschären vor Oxelösund. Wir spannen ein Sonnensegel und genießen den Sommertag.

Moritz – Thu, 26 Jul 2018 13:11:42 +0200


Ankern bei Kälberwerder?

Der Wind ist heute wieder sehr flau aber wir halten dennoch einige Stunden extremer Langsamkeit durch. Erst als wir unter zwei Knoten fahren, schmeißen wir den Motor an und genießen den Fahrtwind.

Unser heutiges Ziel ist eine Ankerbucht namens Kälberwerder (auf Schwedisch Kalvholmen). Leider ist es dort so voll, dass wir unsere Vorstellung einer einsamen Schäre hier definitiv nicht erfüllen können. Wir suchen also eine Alternative … und finden Kättilö. Klingt wie eine finnische Designermarke, ist aber eine einsame Schäre. Hier liegen wir wirklich alleine am Felsen und können heute Nacht interstellare Ereignisse beobachten.

Moritz – Fri, 27 Jul 2018 17:35:45 +0200


Wieder in der Zivilisation

Nach der einsamen Nacht an der Schäre machen wir uns schon früh auf zu heutigen Etappe. Für 15:00 ist Gewitter angesagt und wir wollen rechtzeitig im Hafen sein.

Bei bedecktem Himmel und frischem Nordost-Wind setzen wir gleich Vollzeug und segeln nach Västervik. Echtes Moritz-Wetter: Welle, Wolken, Wind! Zwischendurch regnet es sogar und ich sitze grinsend im Cockpit – endlich richtiges Wetter und nicht bloß Sommer.

Nach zwei Tagen ohne Dusche  freuen wir uns schon auf den Hafen, den wir um 13:20 erreichen. Relativ pünktlich beginnt dann auch das Grummeln am Himmel. Clemens Radtour in die City fällt somit aus und wir halten beide Mittagsschläfchen.

Moritz – Sat, 28 Jul 2018 16:19:40 +0200


Gewitter und schwüle Luft

Diesmal haben wir keine Chance, vor dem Gewitter in einen Hafen einzulaufen, da dauernd welche angesagt sind. Wir bleiben also lieber im Hafen, ächzen unter der schwülwarmen Luft und freuen uns über jede Gewitterwolke, die kurz Abkühlung bringt. Bei dem Wetter wollen wir uns eigentlich gar nicht bewegen.

Aber für die Natur ist die Feuchtigkeit sehr wichtig. Überall ist offenes Feuer verboten und man sieht an den Pflanzen, dass nur ein winziger Funke ausreicht, um einen Brand auszulösen. Unser Haloumi bleibt also weiterhin ungegrillt im Kühlschrank.

Moritz – Sun, 29 Jul 2018 12:21:51 +0200


Figeholm, die deutsche Enklave

Auch wenn vom schwedischen Wetterbericht für heute keine Gewitter angesagt sind, sieht der Himmel ein wenig danach aus. Wir fahren daher innen durch die Schären nach Figeholm und beobachten die Wolken aufmerksam. Leider reicht der Wind nur ein kurzes Stück zum Segeln, ansonsten ist es fast gespenstisch windstill.

obald die Wolkendecke etwas aufreißt brennt die Sonne wie ein Grill – regelrecht schmerzhaft. Es grummelt im Nordwesten als wir anlegen.

Figeholm ist noch relativ leer aber auf allen Booten die hier liegen wird Deutsch gesprochen. Einigen der Segler sind wir auf unserer bisherigen Tour (auf dem Weg nach Norden) schon einmal begegnet.

Der hervorragende kleine Bäcker mit Steinofen hat leider dicht gemacht und wünscht den ehemaligen Kunden dennoch einen schönen Aufenthalt. Wie schade, wir hatten uns schon sehr auf Sauerteigbrot gefreut.

Im Hafen haben wir gleich als erstes die beiden Waschmaschinen okkupiert, das ist jetzt dringend nötig!

Moritz – Mon, 30 Jul 2018 14:57:06 +0200


Endlich Grilen

In Figeholm gibt es einen großen Grill mit Kamin. Das ist der einzige, mit dem gegrillt werden darf. Wir schlagen zu und andere Hafenlieger schließen sich an. Es wird ein sehr geselliger Abend, auch wenn Gabreile und Jobst fehlen. Wir trinken für beide mit!

Moritz – Mon, 30 Jul 2018 18:34:00 +0200


Lauschiger Ankerplatz

Heute haben wir uns echt schwer getan mit der Entscheidung, was wir heute machen: der Wind ist zu flau zum Segeln, einen Tag unter Motor wollen wir nicht, in Figeholm fressen uns die Mücken auf (trotz Anti-Brumm und Fliegennetz) und eigentlich sind wir bei dieser Hitze sehr träge.

Gegen 12:00 legen wir dann doch ab und wollen uns einen Ankerplatz suchen. Beim ersten Ort unserer Wahl sind schon alle windgeschützten Stellen mit ausreichend Tiefgang besetzt, wir suchen weiter. Kurz vor Oskarshamn finden wir eine schöne Bucht und versuchen wieder per Heckanker an die Schäre zu kommen. Auch nach mehreren Versuchen hält der Anker gar nicht. Wir geben aber nicht auf und legen uns einfach mit dem großen Anker mitten in die Bucht. Sollten wieder Erwarten doch noch Gewitter aufziehen, haben wir nur eine Meile bis nach Oskarshamn.

Moritz – Tue, 31 Jul 2018 14:46:25 +0200


Brütende Hitze und Flaute

Vom Ankerplatz aus fahren wir heute früh Richtung Borgholm. Schon um 7:00 ist es unangenehm schwülwarm. Es fehlt auch der Wind, um eine leichte Abkühlung zu bringen. Im Laufe des Tages wird die Hitze immer schlimmer und der Wind fehlt weiterhin. Erst kurz vor Borgholm setzt etwas Thermik ein und wir können noch ein paar Meilen segeln. In Borgholm angekommen, ist die Thermik wieder weg und es fehlt jetzt auch noch der Fahrtwind. Das ist definitiv nicht mein Wetter!

Moritz – Wed, 01 Aug 2018 13:08:57 +0200


Warm warm warm

Auch heute bringt nur der Fahrtwind etwas Abkühlung. Obwohl der Himmel bedeckt ist, bleibt die Hitze. Während der Fahrt von Borgholm nach Kalmar putzen wir das Boot, denn die Vögel und Insekten haben eine Menge Dreck an Deck hinterlassen.

Nach der kurzen Fahrt nach Kalmar sitzen wir wieder apathisch unter dem Sonnensegel im Hafen und hoffen auf eine Wetteränderung. Doch für die nächsten Tage sieht’s im Wetterbericht unverändert flau und heiß aus.

Moritz – Thu, 02 Aug 2018 13:55:35 +0200


Endlich wieder ein Segeltag … und was für einer!

Heute waren wir wild entschlossen: egal wie der Wind ist, wir segeln, auch wenn wir kaum aus dem Hafen heraus kommen.

Sobald die Segel gesetzt sind, gehts schon mit vier bis fünf Knoten Fahrt los. Passt!

Aber dann: Flaute, gerade mal ein Knoten Fahrt und dann wird der Wind auch noch immer spitzer, sodass wir kreuzen müssen. Unser Grobes Tagesziel ist Bergkvara, das sollten wir auch bei dieser Geschwindigkeit bis Sonnenuntergang schaffen.

Dann legt der Wind immer weiter zu, wir jubeln.

Er legt noch weiter zu und dreht auf Süd (voll gegenan).

Es wird sogar so viel, dass wir Reffen müssen. Die inzwischen einen Meter hohe Welle bremst uns manchmal komplett aus.

Zu guter Letzt dreht der Wind wieder auf Süd-West, aber die Welle bleibt aus Süd. Das ist dann doch ziemlich anstrengend und wir werden von den Wellen geduscht.

Wir steuern Kristianopel (klingt nach Mittelmeer, ist aber im Kalmarsund) an und freuen uns über diesen Segeltag, der von allem etwas dabei hatte.

Fri, 03 Aug 2018 17:24:46 +0200


Moritz – Skärgårdsfest in Karlskrona

Gestern Abend plaudern wir noch mit den Nachbarn, von denen einige morgens ganz früh auslaufen wollen, weil der Wind ab Mittag sehr auffrischen soll und gegenan kommt, wenn man nach Karlskrona will. Wir checken die Seekarte, stecken den Kurs nochmal ab und entscheiden uns, zwischen sieben und acht Uhr auszulaufen.

Als wir morgens aufstehen, ist der Hafen fast leer! Die ersten Meilen versuchen wir bei wenig Wind zu segeln, müssen dann aber doch den Motor bemühen. Erst gegen 10:30 kommt plötzlich guter Wind auf und wir können noch für ein weiteres Stündchen auf den Motor verzichten.

In Karlskrona ist das Schärgartenfest; heißt: volle Häfen, Rummel auf dem Marktplatz, Sportwettkämpfe am Hafen und Konzerte im Park.

Die meisten, die wir im Hafen sprechen, planen morgen einen Hafentag ein, weil es 6Bft aus SW geben soll. Wir überlegen noch.

Moritz – Sat, 04 Aug 2018 16:18:38 +0200


Sturmtag

Es ist tatsächlich das eingetreten, was der Wetterbericht vorhergesagt hatte: viel Wind. Sogar im geschützten Hafen von Karlskrona messen wir noch Böen bis 7Bft.

Wir gehen den Tag daher langsam an und spazieren durch die Stadt. Hier sind inzwischen nur noch die Aufräumarbeiten von den letzten Tagen Zugänge, ansonsten ist es fast menschenleer. Aber im Hafen sitzen die anderen Segler auch auf ihren Booten und tauschen Sturmgeschichten aus. Ein gemütlicher, und dank des Windes angenehm kühler, Tag.

Moritz – Sun, 05 Aug 2018 16:49:05 +0200


Wind und Welle

Das Wetter passt mal wieder zu unseren Erfahrungen in der Hanö-Bucht: Wind und Welle gegenan. Auch heute messen wir im Hafen noch 6Bft.

Wir warten daher noch den heutigen Tag in Karlskrona ab und wollen morgen erst (bei bisher angesagtem moderaten Halbwind) nach Simrishamn aufbrechen.

Moritz – Mon, 06 Aug 2018 18:11:16 +0200


Etwas Neues, etwas Altes, etwas Blaues,…

Etwas Wind aus neuer Richtung (SSE), etwas Welle aus alter Richtung (SSW) und etwas Blau am Himmel. Wir sind unterwegs in der Hanöbucht.

Heute ist ein ganzer Konvoi von Karlskrona gen Süden aufgebrochen.

Moritz – Tue, 07 Aug 2018 10:45:38 +0200


Simrishamn

Die Hälft der Strecke Kalmar-Simrishamn konnten wir dann doch noch segeln und haben am Nachmittag den Hafen erreicht. Zum Glück noch vor Ladenschluss des Fischgroßmakts. Das war dann auch gleich mein erster Weg: frischen und eingelegten Fisch zu besorgen. Da unser Lieblingsfestaurant in Simrishamn „Glada Räkor“ leider aus unerfindlichen Gründen geschlossen hatte, mussten wir selbst für Räkor satt sorgen. Auch hierfür gab es natürlich alles beim Fischhändler – in ausgesucht köstlicher Qualität. Der eingelegte Hering ist wie immer für unser Wir-sind-aus-dem-Urlaub-zurück-Essen mit der Familie.

Moritz – Tue, 07 Aug 2018 17:58:00 +0200


Welle bis zu 2m

Segler, die heute früh ausgelaufen sind, haben wieder umgedreht und warnen uns alle vor dem Auslaufen: es stehen bis zu zwei Meter Welle aus südlichen Richtungen. Dazu 6er Böen, das brauchen wir nicht. Wir verwerfen also unseren ursprünglichen Plan, nach Ystad zu fahren und bleiben heute im Hafen.

Wir werden also heute noch durch das hübsche Simrishamn schlendern und den sonnigen Tag an Land genießen.

Moritz – Wed, 08 Aug 2018 09:09:36 +0200


Wieder in Rønne

Der ganze Hafen hat gestern Abend über das Wetter diskutiert: wann kommt das Gewitter, bis wohin reicht die Front, wie dreht der Wind, ab wann gibt es die angekündigten Orkanböen mit Hagelschauern?

Viele wollen sehr früh aufbrechen, manche schon um 3:00. Andere wollen das Unwetter einfach in Simrishamn abwarten.

Wir überlegen hin und her und stellen den Wecker x-mal um.

Morgens gegen 6:00 stehen wir dann auf und schauen uns die aktuellen Prognosen an. Die meisten, die suslaufen, verholen sich nur nach Ystad. Das wäre für uns auch eine Option, aber dort liegt man bei südlichen Winden sehr unruhig. Außerdem wird’s dort heute bestimmt sehr voll. Da wir ja ohnehin nicht weiter nach Westen müssen, richten wir unseren heutigen Kurs nach Bornholm. In Rønne ist der Hafen auch gut geschützt und wir kommen von hier schnell weiter Richtung Heimat.

Die ersten Meilen bis zum VTG (Verkehrstrennungsgebiet: quasi ein Autobahnabschnitt auf dem Wasser) können wir noch segeln, dann verlässt uns, wie prognostiziert, der Wind. Wir haben noch deutliche alte Welle und ohne den Wind keine Stütze mehr – fieses Schaukeln! Aber von Simrishamn nach Rønne ist es ja nur ein kurzes Stück und wir können uns bei unserer Ankunft noch einen schönen Liegeplatz aussuchen.

Moritz – Thu, 09 Aug 2018 13:57:57 +0200


Der Sturm hat Bornholm erreicht

Gestern Abend haben wir noch Ruckfedern und zusätzliche Leinen ausgebracht, da war die See noch friedlich.

In der Nacht kam dann der Winddreher mit 180 Grad und der Sturm. Seitdem steigert sich der Wind und die Welle steht direkt auf die Hafenmole. Sogar im Hafenbecken schaukeln wir schon stark. Natürlich ist heute niemand ein- oder ausgelaufen, das wäre ja auch Hara-Kiri!

Wir laufen staunend durch die überschlagenden Wellen auf der Mole und bestaunen die Naturgewalt.

Sonne und Wolken wechseln sich ab und nur selten kommt auch ein Regentropfen herunter. Es ist noch immer so warm, dass wir in kurzer Hose/Rock (wer trägt wohl was?) und Poloshirt herumlaufen können – also nicht so kalt wie auf Ærø bei Robert und Kolle.

Moritz – Fri, 10 Aug 2018 13:23:28 +0200


Weiterhin Sturm

Wie zu erwarten war, lässt uns der Sturm auch heute noch nicht los. Der Wind fegt mit weiterhin 7Bft über uns hinweg, inzwischen aus südlicher Richtung. Die drei Meter hohen Wellen brechen sich also nicht mehr so spektakulär an unserer Mole, wie gestern.

Das Boot schaukelt nun auch nicht mehr ganz so unruhig im Hafen, nur noch bei den ganz starken Böen. Diese kommen dann auch gleich mit Hagelkörnern daher. Da es aber immer noch relativ warm ist, schmilzt der Hagel, sobald er aufs Deck prasselt. Zwischendurch schaut auch immer mal wieder die Sonne zwischen den tiefhängenden Wolken hervor.

Wir verbringen folglich einen gemütlichen Tag unter Deck mit viel guter Literatur für mich und DSV-Kram für Clemens.

Bisher sieht es so aus, als ob wir morgen ab Nachmittag den Absprung wagen können. Darauf hoffen auch viele andere im Hafen, denn heute ist keiner ausgelaufen, es ist nur eine erschöpfte Finnische Crew nach einem kurzen aber sehr ruppigen Trip eingelaufen.

Moritz – Sat, 11 Aug 2018 16:57:45 +0200


Orkanböen

Kleines Update zum Wetter: wir haben inzwischen dauerhaft Orkan-Windstärken, das Wasser im Hafen kocht und die Wolken sehen bombastisch aus! Ich liebe es!

Moritz – Sat, 11 Aug 2018 20:44:04 +0200


Noch immer zu viel Wind und vor allem Welle

Die Nacht war sehr unruhig, da der Wind einfach nicht abflauen wollte. Zwischendurch waren nur kleine Pausen von etwa einer halben Stunde, in der die Windstärke auf 6Bft zurück gegangen ist, ansonsten war bis Sonnenaufgang 8Bft mit noch stärkeren Böen. Ich kann mich nicht erinnern, schonmal so langanhaltenden Sturm erlebt zu haben. Tolle Wolkenbilder aber aufgrund der Anspannung (ist ja schließlich für das Schiff eine ziemliche Belastung, vor allem die Vibration im Rigg, die an den Püttings reißt) auch eine schlaflose – zumindest für mich.

Heute weht es noch mit 6Bft und das weiterhin aus Süd-West. Daher hat sich auch eine bis zu 4Metern hohe Welle aufgebaut, die nur sehr langsam abnimmt. Sic! nicht nur den Wellen fällt Abnehmen schwer!

Die derzeitigen Prognosen sagen für morgen einen Schwenk auf Süd-Ost voraus, so dass wir hoffen, dann Auslaufen zu können.

Moritz – Sun, 12 Aug 2018 14:28:20 +0200


Überfahrt nach Sassnitz

Für heute waren die Wetterberichte so, dass wir endlich den Absprung aus Bornholm wagen konnten. Anfangs noch mit einem Meter Welle gegenan, aber sobald wir etwas von der Küste weg sind, wird’s ruhiger. Fast Wannsee-Welle!

Der Wind ist leider so wenig und voll gegenan, dass wir das Groß nur als Stütze setzen.

Nach einigen Stunden frischt es allerdings auf und dreht links. Wir können die Fock ausrollen und auf den Motor verzichten.

Der Wind nimmt weiter zu und wir rauschen mit 7 Knoten an der Offshore-Windpark-Baustelle vorbei. Wirklich beeindruckend! Da Hendrik nicht im Einsatz ist, Bekommen wir leider keine Führung durch den Park – schade.

Life erleben wir einen Rettungseinsatz mit Hubschrauber und Seenotrakete mit. Beruhigend, wie professionell so etwas abläuft. Helfen können wir nicht, daher fahren wir weiter.

Etwa drei Stunden vor Sassnitz wird’s dann wieder etwas ungemütlich: fast zwei Meter Welle von schräg hinten – ich schaue in ein blasses Gesicht.

Dennoch erreichen wir den Hafen sicher und wieder munter. Jedenfalls munter genug fürs Hafenkino, das uns hier sehr ausgiebig geboten wird.

Moritz – Mon, 13 Aug 2018 17:35:21 +0200


Tschüss Rügen

Heute früh empfängt uns der Tag mit diesigem Wetter und bedecktem Himmel. Aber Windrichtung und Stärke überzeugen, wir legen ab!

Für den Nachmittag sind Gewitter angesagt, da wollen wir vorher im Hafen Swinemünde sein. Also zügig Auslaufen, ein Reff ins Groß, Fock raus und los mit über 7 Knoten Fahrt gen Süd-Ost.

Leider funktioniert seit Rønne unser Log nicht mehr, so dass wir nur die Fahrt über Grund messen können.

Zum Abschluss noch ein berauschender Segeltag!

Moritz – Tue, 14 Aug 2018 14:42:00 +0200


Die Fahrt geht weiter…

Und weil es so schön ist, entschließen wir uns kurzerhand, nicht in Swinemünde einzulaufen, sondern weiter über das Stettiner Haff zu segeln. Mal schauen, wie weit wir heute noch kommen!

Die paar dunklen Wolken am Himmel schrecken uns nicht ab, denn meiner Meinung nach steckt da kein Gewitter drin, höchstens Regen und der zieht sogar noch vor uns her! Clemens bestätigt: auch die Wetter-Apps zeigen kein signifikantes Echo.

Moritz – Tue, 14 Aug 2018 16:50:37 +0200


Tagesetmal 80 Seemeilen

Zum Sonnenuntergang erreichen wir glücklich aber müde Stettin und finden auch einen schönen Liegeplatz. Jetzt nur noch einen GinTonic und dann in die Koje…

Nee, nüscht is! Morgen um 8:00 haben wir den Mastenkran reserviert, also jetzt erst noch alles fürs Mastlegen vorbereiten!

Aber auch damit sind wir irgendwann fertig, nur für den Drink fehlt uns jetzt noch die Kraft.

Moritz – Tue, 14 Aug 2018 22:51:00 +0200


Mast liegt

Pünktlich um 8:00 kommt der Hafenmeister zu uns an den Mastenkran und eine halbe Stunde später sind wir schon wiede mit gelegtem Mast am Steg. Nur noch schnell duschen und dann ab nach Hause. Gefrühstückt wird unterwegs.

Moritz – Wed, 15 Aug 2018 09:45:00 +0200


Im Angesicht des Schiffshebewerks…

… verbringen wir die heutige Nacht.

Durch Schleuse Hohensaaten kommen wir schnell durch und auch das Hebewerk wartet mit offenen Toren auf uns und wir sind ratz-fatz oben. Da der nächste Hafen über zwei Stunden entfernt ist, bleiben wir für heute Nacht an der Wartestelle und schauen vom Cockpit aus beim Abendessen…

…auf die großartige Konstruktion des alten und des neuen Hebewerks! Fantastisch für alle Technikbegeisterten und vielleicht auch ein paar andere.

Morgen werden wir voraussichtlich wieder im Heimathafen liegen.

Moritz – Wed, 15 Aug 2018 19:12:06 +0200


Aufbruch zur letzten Etappe

Um 6:00 klingelt der Wecker, um 6:10 lege ich ab und lass Clemens in Ruhe wach werden.

Die Morgenstimmung ist einfach wundervoll: Auf dem Wasser wabert der Frühnebel, das Schiff fährt wie durch Wolkenfelder. Die Kiefern werden von den ersten Sonnenstrahlen berührt, die Borke leuchtet in verschiedensten Kupfertönen.

Moritz – Thu, 16 Aug 2018 09:20:30 +0200


Wieder im Heimathafen

Durch die Schleusen sind wir zügig durch und erreichen um 15:45 den VSaW. Gleich an den Mastenkran, Mast hoch, Baum dran und 16:30 liegen wir wieder als Segelboot in unserem Stand. <br /> Es ist anstrengend, bei der Hitze unter Deck alles zusammenzupacken aber, da müssen wir jetzt durch. 18:00 läuft die erste Waschmaschine – wir sind wieder zurück!

Moritz – Thu, 16 Aug 2018 18:30:00 +0200